Die Fähre bei Sins bildete jahrhundertelang den einzigen Übergang vom Kanton Zug ins Freiamt.
1525 wurde die Fähre zur Mündung des sogenannten Meienberger Baches verlegt. Etwa im Jahre 1620 verunglückten Mönche, die vom Kloster Fahr kamen und Geistliche im Kloster Muri besuchen wollten. Als Dank für die Rettung liessen sie beim heutigen Restaurant Löwen ein Wegkreuz errichten.
1627 ereignete sich ein unerhörtes Unglück. Pfarrgenossen von Hitzkirch befanden sich auf der Heimreise von ihrer Walfahrt nach Einsiedeln. Als sie mitten auf der ziemlich reissenden Reuss waren, riss das Seil der Fähre, das Schiff kippte und vierzig Pilger fanden in den Fluten den Tod.
Brücke 1640/41 Der schreckliche Unfall von 1627 dürfte die Zuger aufgerüttelt haben, sodass sie 1640/41 über die Reuss eine stattliche Holzbrücke als neue Verbindung zwischen dem Freiamt und dem Zugerland schlugen. Die Bauzeit betrug 16 Monate. Michael Speck war der Erbauer, die Kosten betrugen 17000 Gulden. Gegen das Zuger Ufer hin war eine Fallbrücke installiert. Das Zollhaus lag weiter von der Brücke entfernt als das heutige Restaurant Zollhaus, das um 1835 erbaut worden war.
1798 Zur Sicherung des Reussüberganges wurden zur Revolutionszeit auf der Zuger Seite elf grosse Schanzwerke errichtet.
29. April 1798 An diesem Tag stiessen die Frnzosen über die Holzbrücke ins Zugerland vor. Auf dem Weg nach Cham erfolgten entsetzliche Plünderungen.
1809 ging man daran, die baufällige Brücke zu erneuern. Der Luzerner Stadtbaumeister Ritter leitete den Neubau der Brücke, dessen Kosten 32000 Gulden betrugen. Ein schweres Eisentor versperrte damals den freien Durchgang.
1847 Beschluss der Tagsatzung: Aufheben des Sonderbundes. Am 6. November 1847 zogen St. Galler Truppen in Sins ein, denen nur zwei Tage später die Brücke kampflos in die Hände fiel. Am 10. November war sie dann wieder von den Sonderbundstruppen besetzt. Als diese jedoch hörten, dass starke feindliche Kräfte im Anmarsch waren, wurde die Sprengung befohlen. Artilleriehauptmann Graf Schweinitz liess vormittags um 10.00 Uhr einen mit Sprengstoff beladenen Wagen auf die Brücke fahren und brachte sie zur Explosion. Diese vermochte jedoch nur die zugerische Seite der Brücke zu zerstören, was auf die Bauweise von 1809 zurückzuführen war. Durch die Explosion sollen im Restaurant Löwen in Sins die Scheiben in Brüche gegangen sein und der Wirt namens Köpfli erschrak so stark, dass er angeblich an den Folgen verstarb.
1852 Nach Plänen der Zürcher Baumeisters Stadler wurde die Brücke nach der Sprengung wieder instandgestellt. Man hielt sich nicht mehr an die ursprüngliche Bauart, sodass die beiden Brückenhälften nicht mehr die selben Konstruktionen aufweisen. In der Mitte der Brücke sind die unterschiedlichen Holzkonstruktionen deutlich erkennbar. Da der Kanton Zug für die Sprengung der Brücke mitverantwortlich war, musste er fortan auch den Unterhalt für den Aargauer Teil der Brücke übernehmen. Diese Regelung gilt übrigens noch heute.
Maitli-Markt Alljährlich im Mai traf sich die „Gegend“ zum Maimarkt auf der Reussbrücke. Im Volksmund sprach man vom „Maitlimarkt“, weil manche Freundschaft oder Partnerschaft hier ihren Anfang fand. Zirka 1860 soll der Markt zum letzten Mal stattgefunden haben. Viele Fuhrwerke fuhren vom Freiamt her über die Brücke zur Milchsüüdi in Cham. Im Winter sausten Schlittengespanne darüber. Der alte „Zoller“, Jakob Burkhardt, musste karrettenweise Schnee hineinführen und in die Fahrbahn schaufeln. Die Brücke war damals mit Petrollampen beleuchtet. 1945 wurde der gedeckte Gehweg beigefügt.
1948 wurde die Strasse asphaltiert.
Der Verkehr nahm mit der verstärkten Mobilisierung in den sechziger und siebziger Jahren stets zu. Bevor die Autobahn A2, Basel-Luzern-Gotthard eröffnet wurde, fuhren tausende Transitreisende auf der Nord-Südachse auf ihrem Weg von Deutschland nach Italien über die Holzbrücke.
Für Lastwagen wurde eine Gewichtsbeschränkung auf 20 Tonnen und für Anhängerzüge auf 28 Tonnen erlassen.
1996 Die neue Brücke Das Warten vor der Barriere und der Brücke wird Geschichte. Ende September wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben und die schöne, alte Holzbrücke darf nun wieder ruhiger von vergangenen Zeiten träumen. Im Rahmen der grossen Eröffnungsfeierlichkeiten, bei denen auch Bundesrat Kaspar Villiger zu Gast war, wurde auf der Brücke und beidseits der Reuss ein Markt durchgeführt. Seither wird alle Jahre am letzten Samstag im September der sehr beliebte „Brogge-Märt“ veranstaltet. Der nostalgische Markt zieht sehr viele Besucherinnen und Besucher an.
Auf Grund des tragischen Anschlages vom 27. September 2001 im Zuger Kantonsratssaal, bei welchen vierzehn Politiker ihr Leben lassen mussten, wurde der Markt vom Jahr 2001 kurzfristig abgesagt. Am Donnerstag, 8. August 2002 war das Schweizer Fernsehen auf dem Zollhausplatz zu Gast und übertrug die Sendung „Donnschtig-Jass“ direkt aus Hünenberg. Rund 3000 Besucherinnen und Besucher wollten miterleben, mit welchem riesigen Aufwand Live-Sendungen produziert werden. In den Jahren 1998 und 2002 feierten die Gemeinden Hünenberg und Sins die Bundesfeier gemeinsam auf dem Zollhausplatz.
Der Markt im Jahre 2003 konnte bei spätsommerlichen Temperaturen von weit über 20 Grad ausgetragen werden. Am Markt vom 25. September 2004 regnete es erstmals den ganzen Tag praktisch ununterbrochen. Trotzdem besuchte viel Publikum den Anlass, was beweist, dass der Markt sehr beliebt ist.
Bei herrlichem Sonnenschein und ungewöhnlich warmen, ja schon fast heissen Temperaturen, fand der Markt am Samstag, 24. September 2005 statt. Während des Marktes wurde ein Gaukler-Festival veranstaltet. Der erste Preis ging an Samuelito, gefolgt von Alexandra Jäggi und der Artisten-Familie Serhanis.
Bei der Durchführung am Samstag, 30. September 2006 regnete es am Vormittag. Rechzeitig um ca. 11.00 Uhr klarte der Himmel auf und es gab wie im Vorjahr einen traumhaft schönen und warmen Herbsttag. Erstmals waren über 100 Marktfahrende zu Gast.
Bei der Durchführung des 10. Marktes am Samstag, 29. September 2007 herrschte prächtiges Herbstwetter. Das Parkplatzangebot musste in Sins erweitert werden, da auf der Zuger-Seite eine grosse Wiese nicht zur Verfügung stand. Etwa 5000 Personen dürften den Markt besucht haben. Beim Jubiläumsmarkt gab es einen Zwischenfall. Der Elekto-Verteilkasten unter der neuen Brücke über die Reuss geriet wegen eines technischen Defektes in Brand. Dank dem besonnen Einsatz anwesender Hünenberger Feuerwehrleute, konnte der Brand rasch gelöscht werden. Innert kurzer Zeit installierte die Frima Elekto Luthiger einen neuen provisorischen Stromanschluss.
Am Samstag, 26. September 2009 konnte der Markt bei angenehmen Temperaturen und bei trockener Witterung durchgeführt werden. Der Publikumsaufmarsch war erfreulich gross. Das Restaurant Zollhaus präsentierte sich unter neuer Führung im Armee-Look.
2010 mit Schirme und Charme Es regnete den ganzen Tag wie aus Kübeln. Trotzdem war die Anzahl der Besucherinnen und Besucher beachtlich. Es war eine Parade mit Regenschirmen und mit witterungsgeschützten Kinderwagen. Die Strassenkünstler zirkulierten auf dem Gelände und sorgten für heitere Stimmung. Die Beliebtheit des Marktes kam trotz Regen zum Ausdruck und zwar mit Schirm, Charme und Stil.
2011 Rahmenveranstaltung mit Verleihung des Prix Courage Am Vormittag verhüllte der Nebel das Marktareal. Um die Mittagszeit besiegte die Sonne den grauen Schleier. Am Nachmittag war es schon fast sommerlich heiss. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer hielte es bei den Vorführungen der Gaukler auf dem Platz vor dem Restaurant Zollhaus kaum eine Viertelstunde an der prallen Sonne aus. Erstmals war die Gauklergruppe Saltoinalto (www.saltoinalto.ch) zu sehen. Der Strassenkünstler Jonglariet faszinierte mit seinen anmutigen Jongalagen. Die musikalisch-rythmischen Höhepunkte setzte Hilarius Dauag mit seinem exotischen Ryhtmus-Instrument. Im Weiteren waren zwei Bläser-Formationen der Musikschule Hünenberg zu hören. Prix Courage Alle Zuger Gemeinden führten am 24. September im Rahmen des Projektes "Zug zeigt Zivilcopurage" eine Schlussveranstaltung durch, die in Hünenberg in den Brogge-Märt integriert wurde. Dazu ist auf dem Parkplatz des Restaurants Zollhaus ein Festzelt aufgestellt worden. Bei der Rahmenveranstaltung wurde der Zuger Prix Courage verliehen. Der Zuger Regierungsrat Beat Villiger übergab den Preis. Das Medieninteresse war entsprechend gross und viele Fotografen und Reporter fanden sich im Festzelt ein.
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